Aktuelles

FVDZ Westfalen-Lippe kritisiert Sparvorschläge der Finanzkommission Gesundheit

Stellungnahme des FVDZ Westfalen-Lippe zu den Sparvorschlägen der Finanzkommission Gesundheit

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte Westfalen-Lippe (FVDZ WL) sieht die aktuellen Sparvorschläge der Finanzkommission Gesundheit mit Sorge.  Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es grundsätzlich nachvollziehbar, Einsparpotenziale zu prüfen. Aus Sicht des Verbandes wird jedoch an den falschen Stellen angesetzt – mit potenziell gravierenden Folgen für die bewährten Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen.

Die Zahnmedizin hat in den vergangenen Jahren nachweislich zur Kostendämpfung beigetragen.  Bereits im ersten Bericht der Kommission wurde ausdrücklich festgestellt, dass sie kein Kostentreiber im GKV-System ist. Umso unverständlicher ist es, dass ausgerechnet in diesem Bereich Maßnahmen vorgeschlagen werden, die funktionierende Strukturen gefährden könnten.

Neben der vorgeschlagenen Rücknahme der Erhöhung der Zahnersatz-Festzuschüsse sieht der Verband insbesondere die erneut ins Spiel gebrachte Begrenzung der Gesamtvergütung als falsches Signal. Die Zahnmedizin macht mit einem Anteil von lediglich rund fünf Prozent an den Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung einen vergleichsweise kleinen Bereich aus, dessen Kostenentwicklung zudem nachweislich moderat verläuft. Aufgrund der ausgeprägten Präventionsorientierung der zahnmedizinischen Versorgung ist auch künftig davon auszugehen, dass diese Entwicklung stabil bleibt.

Besonders kritisch bewertet der FVDZ WL darüber hinaus die These einer Überversorgung im kieferorthopädischen Bereich. Für diese Annahme fehlt aus Sicht des Verbandes ein belastbarer Nachweis. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen das Gegenteil bewirken und die Versorgung schwächen.

Auch die diskutierte Einführung einer Fachzahnarztpflicht wird entschieden abgelehnt. Sie würde bestehende Versorgungsstrukturen aufbrechen und basiert auf der praxisfernen Annahme, freiwerdende Kapazitäten könnten ohne Weiteres in andere Regionen oder Versorgungsbereiche verlagert werden. Die Vorstellung, rein kieferorthopädisch tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte könnten kurzfristig allgemeinzahnärztliche Leistungen kompensieren, verkennt die Realität der zahnärztlichen Versorgung.

Der FVDZ WL fordert die politisch Verantwortlichen auf, die Vorschläge der Finanzkommission grundlegend zu überdenken. Notwendige Einsparungen im Gesundheitssystem dürfen nicht zulasten funktionierender Versorgungsstrukturen gehen und keine neuen Versorgungsprobleme schaffen. Der Verband setzt sich mit Nachdruck für den Erhalt einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen zahnärztlichen Versorgung ein und bringt seine Position aktiv in die politischen Entscheidungsprozesse ein. Hierzu steht der FVDZ WL bereits im engen Austausch mit allen relevanten Akteuren im Gesundheitswesen und wird diesen Dialog konsequent fortführen, um tragfähige und praxisnahe Lösungen zu erreichen.

Dr. Patricia Wachter, Landesvorsitzende FVDZ WL

Bericht Finanzkommission: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf

Landesversammlung 2026

Datum: 26.09.2026

Ort: LWL Münster

Weiter Informationen folgen.

Aktuelle Erfolge unseres Engagements

Die Mitglieder des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte sind in Westfalen-Lippe, NRW und
bundesweit aktiv und setzen sich auf allen Ebenen für die Interessen der Zahnärzteschaft und der
freiberuflichen Praxen ein. Vieles geschieht im Hintergrund – doch die Ergebnisse sind sichtbar.


Aktuelle Erfolge unseres Engagements


Bürokratieabbau:
Arbeits- und Strahlenschutzüberwachungsaufgaben seitens des MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) sollen über eine Änderung des Heilberufsgesetzes NRW an die Körperschaften übergeben werden. Arbeitsschutz- und Röntgenbegehungen würden somit praxisnah von den Zahnärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein übernommen werden. Dies stärkt die zahnärztliche Selbstverwaltung und sorgt für eine praxisnahe, effizientere Umsetzung
gesetzlicher Vorgaben. Eine seit Langem vom Freien Verband geforderte Entwicklung.


Verlängerung der Nutzungsdauer des eHBA:
Das Bundesministerium hat die Nutzungsdauer des eHBA bis zum 30.06.2026 verlängert. Unsere
Mitglieder – insbesondere in Zusammenarbeit mit Michael Evelt, Vorstand der KZVWL – haben sich
bundesweit dafür eingesetzt. Hintergrund war, dass die Austauschfristen aufgrund von
Lieferengpässen seitens der Hersteller nicht eingehalten werden konnten und Praxen dadurch
unverschuldet in Schwierigkeiten geraten wären.

Unser Einsatz umfasst viele weitere Themen, die im Alltag der Kolleginnen und Kollegen spürbar sind,
auch wenn sie nicht alle einzeln genannt werden können.
Unterstützen Sie uns – werden Sie Mitglied!
Engagieren Sie sich, tauschen Sie sich aus und bringen Sie Ihre Stimme ein. Nur wer spricht, wird
gehört.


Wir danken unseren Mitgliedern und Unterstützern herzlich für ihr kontinuierliches Engagement im
Sinne der Freiberuflichkeit und einer starken Zahnärzteschaft.

Polittalk des Verbandes Freier Berufe

Mit Jochen Ott, MdL (SPD-Landtagsfraktion NRW) - 13.11.2025, Online


Am digitalen Polittalk des Verbandes Freier Berufe nahmen Vertreter verschiedener
Mitgliedsorganisationen teil. Der FVDZ Westfalen-Lippe wurde durch die Landesvorsitzende Dr.
Patricia Wachter vertreten.


Im Austausch brachte Dr. Wachter zwei zentrale Anliegen ein:


Stärkung der Prävention:
Sie sprach sich erneut für die gesetzliche Verankerung des täglichen Zähneputzens in
Kindertageseinrichtungen und Schulen in NRW aus, um die präventive Mundgesundheit frühzeitig zu
fördern.


Hochschulpolitik:
Deutlich machte sie zudem die Forderung nach der Streichung des geplanten Bachelor-Zahnarztes
aus dem Hochschulstärkungsgesetz NRW, auch vor dem Hintergrund der Rolle der SPD im
Wissenschaftsausschuss des Landtages.


Darüber hinaus thematisierte sie die Notwendigkeit, Fehlanreize im Sozialbereich zu vermeiden und
eine ausgewogene Lastenverteilung für Leistungsträger sicherzustellen.

Kammerversammlung / Vertreterversammlung 07.–08.11.2025, Gütersloh

In beiden Versammlungen standen die Haushalte im Mittelpunkt.

Darüber hinaus wurden unter
anderem zwei aktuelle Themen besonders intensiv diskutiert:


Verlängerung der Nutzungsdauer des eHBA:
Aufgrund erheblicher Lieferengpässe bei den Herstellern wurde gefordert, die Nutzungsdauer des
elektronischen Heilberufsausweises zu verlängern, um Nachteile für die Zahnärzteschaft zu
vermeiden.


Stärkung der Prävention in Kitas und Schulen:
Die Kammerversammlung sprach sich dafür aus, das tägliche Zähneputzen in der frühkindlichen
Bildung landesweit gesetzlich zu verankern. Ziel ist es, die präventive Mundgesundheit in
Kindertageseinrichtungen und Schulen dauerhaft zu stärken.

Landesversammlung am 13.09.25 im LWL Münster


Die Landesversammlung fand am 13. September 2025 in der Aula des LWL statt. Nach Grußworten
von Dr. Jeannine Bonaventura (stellv. Bundesvorsitzende), Dr. Gordan Sistig (Präsident der ZÄKWL)
und Dr. Holger Seib (Vorstandsvorsitzender der KZVWL) berichtete die Landesvorsitzende Dr.
Patricia Wachter über aktuelle Entwicklungen im Landesverband.


Zentrales Thema: Gespräch mit Raphael Tigges (CDU), Sprecher des Wissenschaftsausschusses
NRW


Im Austausch wurde der geplanten Einführung eines Bachelor-Abschlusses für Studierende, die das
zahnärztliche Staatsexamen nicht bestehen, entschieden widersprochen. Dr. Wachter machte
deutlich, dass ein solcher Abschluss die Qualität der zahnärztlichen Ausbildung abwerten und
langfristig die Versorgung schwächen würde.


Bürokratieabbau und Stärkung der Selbstverwaltung:
Die Versammlung forderte außerdem, die zahnärztliche Selbstverwaltung weiter zu stärken und
mehr Befugnisse an die zahnärztlichen Körperschaften zurückzugeben. Dies könne sowohl die Praxen
als auch die Behörden nachhaltig entlasten.

Konstituierende Kammerversammlung 01.02.2025 Gütersloh

In Gütersloh trat die neu gewählte Kammerversammlung zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Auf der Agenda standen die Wahl des neuen Kammervorstandes sowie der satzungsgemäßen Ausschüsse.

Wir gratulieren dem neuen Kammervorstand herzlich zur Wahl:

 

(von links, siehe Bild)

Dr. Michael Bartling (FVDZ) – Beisitzer

Dr. Ralf Krekeler – Beisitzer

Dr. Gordan Sistig (FVDZ) – Präsident der ZÄKWL

Dr. Sinje Trippe-Frey – Vizepräsidentin der ZÄKWL

Dr. Hans-Joachim Beier (FVDZ) – Beisitzer

Dr. Wasiliki Daskalaki (FVDZ) – Beisitzerin (auf dem Bild zusammen mit ihrer Tochter - im 8ten Monat schwanger)

Dr. Daniel Offele (FVDZ) – Beisitzer

Dr. Dagwin Lauer (FVDZ) – Beisitzer

 

Der FVDZ ist damit erneut stark im Vorstand vertreten und wird sich weiterhin engagiert für die Interessen der Zahnärzteschaft einsetzen.